Sie sind hier: Startseite Startseite Rückblick - Pfingst-Treffen 2018

Rückblick - Pfingst-Treffen 2018

Lesen Sie hier

Nationales Pfingst-Treffen der Gehörlosengemeinden 2018 in Zürich

Hier klicken, so kommen Sie zu den Bildern.

Ein farbenfrohes, fröhliches und schönes Fest haben wir erlebt. Schon am Hauptbahnhof Zürich hat uns aus der Menschenmenge ein farbiger Ballon mit der Aufschrift „nat. Oek Pfingsttreffen 2018 der Gehörlosengemeinden“ entgegen geleuchtet. Es begrüssten sich Leute aus der Deutsch- und aus der Westschweiz. Mit dem Tram war das Musikkonservatorium schnell zu erreichen, aufgehängte Ballone halfen uns, den Weg zu finden. Im grossen ehrwürdigen Saal der Musikschule feierten wir den Gottesdienst.

Zuerst begrüssten sich bei Kaffee und Gipfeli die Teilnehmer, welche aus der ganzen Schweiz angereist waren.

Um 11 Uhr begann der Pfingstgottesdienst mit einem Trommelspiel. Pfr. Matthias Müller Kuhn und Pfr. Ruedi Hofer eröffneten den Gottesdienst mit einem herzlichen Willkommen. Die beiden Pfarrer gerieten dann in eine hitzige Diskussion über das heutige Leben: Der eine fand, dass die Welt nur noch grau ist und dass die heutigen Menschen wenig Freude ausstrahlen, der andere aber erklärte, man müsse die Farben sehen, die es in die Natur gibt. Beide waren sich dann einig, dass der heilige Geist die Welt verändern kann und dass man sich auf ihn einlassen sollte.

Danach zeigten uns der Mimenchor und Damir Dantes ein wunderbares Spiel. Mit farbigen Tüchern begannen sie auf der Bühne zu tanzen. Sie stellten so das Paradies dar, in welchem die Menschen zufrieden und glücklich waren. Dann kam ein schwarz gekleideter Mann und nahm ihnen die farbigen Tücher weg, dies stellte die Vertreibung aus dem Paradies dar. Ohne Farben fühlten sich die Menschen leer und einsam. Der schwarz gekleidete Mann verteilte ihnen Handys, alle nahmen diese zur Hand und staunten, was man damit alles machen kann. Dies sollte die moderne Zeit darstellen, die Menschen kommunizieren nicht mehr direkt miteinander, jeder ist in seiner eigenen Welt und dadurch auch einsam und abgeschottet. Dann wurden die Menschen eingespannt in eine gigantische Maschine, diese wurde meisterhaft gespielt mit mechanischen Bewegungen. Ein Engel befreite am Ende die Menschen und gab ihnen die farbigen Tücher zurück. Etwas vom befreienden Geist wurde spürbar, als die Spieler zum Publikum gingen mit ihren farbigen Tüchern und mit ihren erhobenen Händen auf den vom Himmel kommenden Geist hindeuteten.

Ingrid Scheibe, die selber gehörlos ist, bereicherte den Gottesdienst mit wunderbar gebärdeten Liedern. Sie verstand es, die Leute anzuleiten, dass alle mitgebärden konnten.

Der bekannte Pantomime Damir Dantes unterbrach am Schluss die Erklärungen des Pfarrers mit einer lustigen Pantomime Einlage: Ein Ballon wurde so schwer, dass er ihn hochstemmen musste, dann wurde der gleiche Ballon leicht und zog ihn in die Höhe.

Alle Gäste bekamen dann am Ausgang einen mit Helium gefüllten Ballon, so zog die grosse Schar von über 200 Menschen durch die Altstadt mit bunten Ballonen, die dann vor dem Grossmünster fliegen gelassen wurden.

Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir den Bürkliplatz und durften mit dem schönen Schiff „Pantha Rhei“ auf dem Zürichsee fahren, vorbei an der Halbinsel Au bis nach Rapperswil und zurück. Es wurde uns ein leckeres Mittagessen serviert und es blieb genug Zeit, um noch zu plaudern und die Fahrt zu geniessen, bis wir dann nach Dessert und Kaffee wieder am Bürkliplatz ankamen und uns verabschiedeten.

Das Pfingst-Treffen bleibt uns in bester Erinnerung, wir sind dankbar, dass sich viele Gehörlose aus der ganzen Schweiz begegnen konnten und dadurch die Gemeinschaft sogar über den Röstigraben hinweg stärken konnten. Wir möchten herzlich für die gute Organisation und die grosse Arbeit, welche hinter den Kulissen geleistet wurde, danken.