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«eine besondere Fastenzeit»

Ein paar Gedanken von Tanja Haas

Es ist Fastenzeit. Das Wort Fasten bedeutet, dass man auf etwas verzichtet, etwas nicht macht oder etwas weglässt, was man sonst immer isst oder tut. Man isst weniger. Man isst keine Süssigkeiten. Man schaut kein Fernsehen.

Das Motto der Fastenzeit 2020 ist: Was ist Nahrung für meinen Körper? Was ist Nahrung für meine Seele? Wenn wir fasten und auf etwas verzichten, merken wir, was wir wirklich brauchen. Besonders dieses Jahr in dieser schwierigen Zeit brauchen wir auch Nahrung für unsere Seele. Was tut unserer Seele gut?

Wir erleben alle eine besondere Fastenzeit. Wir können uns nicht mit unseren Freunden treffen im Kaffeeplausch. Wir können nicht ins Gehörlosenzentrum gehen zum Mittagessen. Unser Alltag ist anders als normalerweise. Wir vermissen vieles, was wir gerne haben und machen.

(Bild: Asche)

Fastenzeit nennt man die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag. Die Fastenzeit dauert 6 Wochen. Es sind genau 40 Tage ohne die Sonntage. Die Sonntage sind keine Fastentage. An den Sonntagen freuen wir uns auf Ostern.

Die Zahl 40 ist eine besondere Zahl in der Bibel. Es gibt zwei wichtige Geschichten:

Die erste Geschichte steht im Alten Testament:

40 Jahre war das Volk Israel in der Wüste unterwegs. Gott hatte die Israeliten aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit. Er führte sie durch die Wüste in das versprochene Land. Diese Wanderung dauerte 40 Jahre. Gott hat Mose dazu bestimmt, das Volk Israel durch die Wüste zu führen. In diesen 40 Jahren lernten die Menschen, Gott zu vertrauen. Im letzten Jahr hat Ihnen Matthias Müller Kuhn in einem Gottesdienst diese Geschichte erzählt.

Die zweite Geschichte steht im Neuen Testament:

Bevor Jesus den Menschen von Gott erzählte und die kranken Menschen heilte, ging er 40 Tage in die Wüste. Dort fastete er. Er betete viel zu Gott. Er war ganz allein dort. So hat Jesus sich auf sein Tun vorbereitet.

Im Moment erleben wir auch vieles, was in den beiden Geschichten erzählt wird:

Die Israeliten lebten als Gefangene in Ägypten. Wir fühlen uns gefangen in unseren Wohnungen. Wir können nicht machen, was wir wollen.

Die Israeliten haben Mose vertraut. Wir vertrauen darauf, dass die Politiker uns gut führen in dieser Zeit.

Wir lernen vielleicht neu, auf Gott zu vertrauen. Wir beten vielleicht mehr. Wir denken an die Menschen, denen es nicht gut geht.

Jesus fastete. Wir verzichten auf viele Dinge, die wir gerne machen.

Jesus war allein in der Wüste. Wir vermissen unsere Freunde.

Am Ende der Wanderung, die 40 Jahre dauerte, erreichten die Israeliten das gelobte Land. Ich hoffe, dass auch dieser Ausnahmezustand wegen dem Corona bald ein Ende hat. Ich wünsche uns so viel Geduld wie die Israeliten.

Nächste Woche feiern wir Ostern. Ostern ist das Fest, an dem wir uns an die Auferstehung Jesu erinnern. Jesus war tot und wurde von Gott wieder zum Leben erweckt.

Ich wünsche uns, dass wir jeden Tag diese neue Lebenskraft spüren, die Gott auch uns schenkt.

Dabei kann uns im Moment die Sonne und die schöne Natur helfen. Ein kurzer Spaziergang jeden Tag tut gut.

Ich wünsche Ihnen viel Hoffnung, Kraft und Geduld.